Die Räume

Auch in diesem Jahr wollen wir durch die Namensgebung für die Räume der MMC an fünf herausragende Zauberkünstler erinnern. Diesmal sind es fünf Zauberkünstler des 20. Jahrhunderts, die alle einen biographischen Bezug zu München und Bayern haben.

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Die Namensgeber der Räume für die MMC: Punx (Mitte), Marvelli (oben links), Ben Ali Bey (rechts), Bialla (links), Hans Katzenstein (unten)


Punx-Forum

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Punx

Der Namensgeber für das Punx-Forum ist der Zauberkünstler Ludwig Franz Wilhelm Hanemann (* 27. Oktober 1907; † 11. Februar 1996) der unter seinem Künstlernamen Punx – Der Unfassliche in den 50er bis 70er Jahren des 20.Jahrhunderts einer der bekanntesten Zauberer im deutschsprachigen Raum gewesen ist. Punx hatte die Gabe, gute Effekte mit guten Geschichten zu verknüpfen und erreichte damit eine besonders wirksame dramatische Präsentationsform. In abendfüllenden Vorstellungen stellte er in entsprechenden Kostümen Eulenspiegel, Cagliostro, Münchhausen dar. Zum Schluss erschien er als Punx. Er war Träger des Hofzinserrings und der einzige Zauberkünstler der auf einem Spiegel-Titel abgebildet wurde. In den letzten Jahren seines Lebens lebte er in München, wo er auch starb.
(Hier ist die Spiegel-Story über Punx online nachlesbar)

Das Punx-Forum befindet sich im zweiten Stock – nach der Treppe auf der rechten Seite. Hier finden die Frühstücksession sowie die Talkshow und die Speakersshow statt. Außerdem ist dort das MMC-Café wo es während der Veranstaltung auch einen kleinen Imbiss sowie Getränke zu kaufen gibt.

Hier sind in einem Video zwei unserer Raumpaten gleichzeitig zu sehen: Punx und Marvelli.


Raum Marvelli

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Marvelli jr.

Im Raum Marvelli wollen wir an den bekanntesten deutschen Magier der 70er und 80er Jahre erinnern. Marvelli jr. wurde am 7. Juni 1932 in Rendsburg unter dem Namen Olof Becher geboren und starb am 21. April 2008 in München. Marvelli wurde 1955 Nachfolger des seinerzeit prominenten Zauberkünstlers Fredo Marvelli. Er übernahm zunächst dessen Darbietungen und erweiterte sein Repertoire um Großillusionen. Marvelli bereiste auf seinen Tourneen über 100 Länder. Er verfügte zeitweise über ein Revue-Ensemble von bis zu 55 Personen und einen Elefanten, den er auf der Bühne verschwinden ließ. Wie bereits Marvelli sen. bevorzugte Marvelli Spielstätten der schönen Künste, wie das Deutsche Theater München, den Friedrichstadtpalast und das Frankfurter Opernhaus. In den 80er Jahren arbeitete er ohne Ensemble als Solokünstler mit verschiedenen Partnerinnen. Er war ein gefragter Künstler im Galabereich und präsentierte oft für die Industrie auf magische Weise neue Produkte. Für das Goethe-Institut tourte Marvelli durch ganz Schwarz-Afrika. Außerdem war er häufiger Gast in vielen Fernsehsendungen und hatte 1979 auch eine eigene Fernsehshow.
Auf seinem Grabstein steht der Satz mit dem er jede seine Shows beendet hat:

…und so will ich hoffen, dass ich Ihnen eine himmlische Freude mit meinen höllischen Künsten bereitet habe.

(Quelle: Wikipedia)

(Link zur Memorial-Website von Marvelli)

Der Raum Marvelli befindet sich im ersten Stock auf der linken Seite; hier finden die Sessions Zauberei für Kinder, Zauberei mit Geldscheinen, Zauberkunst und Geschichten, Präsentationen finden und Die Waffen einer Zauberkünstlerin statt.


Raum Bialla

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Ralf Bialla

Der Zauberkünstler und Illusionist Ralf Bialla wurde am *19. April 1921 in Dresden als Ralf-Oscar Bialla , Deutschland geboren – er starb am 30.Juli 1975 in den Chiemgauer Alpen. Mit 14 besuchte er ein Dresdner Zaubergeschäft und begeisterte sich seitdem für die Zauberkunst. Als er Ende 1945 aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause kam, beschloss, seine im Krieg vor den Kameraden vorgeführten Zauberspielereien zur Berufsgrundlage zu machen. Als Autodidakt entwickelte er sich weiter und wurde direkt nach Kriegsende Berufszauberkünstler. Anfangs zauberte er als Manipulator vornehmlich mit Bällen. Dann wechselte er zu Illusionen. Seit 1946 trat er mit seiner Ehefrau Inge auf und tourte durch Europa. Legendäre wurde sein Auftritt im New Yorker Madison Square Garden. Zu seinen besonderen Kunststücken zählte das Verschwinden eines Radiogerätes, das bis zum letzten Moment spielte. Im Jahr 1950 gewann er den Zauberwettbewerb beim Münchner MZvD-Kongress zusammen mit seiner Partnerin BIALLA, die auch zur “Miss Magie 1950/51″ gekürt wurde.
Im Laufe der Jahre fügte Bialla seiner Darbietung den sogenannten Kugelfang hinzu. Am 29. Mai 1972 strahlte der TV-Sender ZDF eine 40-minütige Dokumentation über Ralf Bialla aus: „Wer schießt auf Ralf Bialla?“ In dem Film wurde kritisch hinterfragt, welche Art Mensch sich bereit erklärt, auf Bialla zu schießen. Der Film trug dazu bei, dass die Engagements von Bialla abnahmen.
(Quelle: Zauberpedia)

(Link zu einem Artikel in der Zeit in dem über den ZDF-Film berichtet wird.)

Der Raum Bialla befindet sich im zweiten Stock gleich links neben der Treppe. Dort finden die Sessions Musik für Zauberkünstler, Die Vor-Force, The Magic of Al Koran, Üben! und Was, wie, wann, warum? statt.

 


Raum Ben Ali Bey

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Ben Ali Bey alias Max Auzinger

Ben Ali Bey ist einer der Künstlernamen von Max Auzinger (* 26. Juli 1839 in München; † 14. Mai 1928 in Berlin) der als der Erfinder des schwarzen Theaters gilt. Max Auzinger arbeitete zunächst als Teppichfabrikant in Augsburg. Danach wechselte er den Beruf und wandte sich dem Theater zu. Im Jahre 1882 war Auzinger Regisseur des Stücks Donadier Morley am Berliner Nationaltheater. Bei den Proben zu diesem Theaterstück fiel ihm rein zufällig der Effekt des Schwarzen Theaters auf. Ein Schauspieler, der als Mohr geschminkt war, bewegte sich dabei vor einem schwarzen Hintergrund. Bis auf die Zähne und das Weiße der Augen war der Schauspieler allerdings nicht zu erkennen. Erst nachdem Auzinger einige Jahre später in berufliche Schwierigkeiten kam, wandte er sich dem Schwarzen Theater hauptberuflich zu und entwickelte eigene artistische Darbietungen. Am 28. Juni 1885 trat Max Auzinger schließlich unter dem Namen Ben Ali Bey zum ersten Mal mit eigenem Programm auf und bereiste fortan viele Bühne im In- und Ausland. Auzinger stand bis zu seinem 75. Lebensjahr auf der Bühne. Seine Tochter Leopoldine (Künstlername Sulamith) assistierte ihm dabei über viele Jahre. Auzinger, verheiratet mit seiner Frau Leopoldine, starb am 14. Mai 1928 in Berlin im Alter von 88 Jahren. Für den Zauberhistoriker Ottokar Fischer zählte er zu den drei größten zeitgenössischen Zauberern – er schrieb über Auzinger:

„Wer seine Vorstellungen nicht gesehen hat, kann sich von deren Wirkungen keinen rechten Begriff machen.“

Der Raum Ben Ali Bey befindet sich im ersten Stock – den Gang entlang auf der linken Seite. Hier finden die Sessions Mittelalterliche Zauberei, Die Magie der Sprache, Surprise Surprise, Zauberkunst als Wissenschaft, Blitz, Bumm, Zisch statt.


Raum Katzenstein

Der Münchner Zauberer Hans Katzenstein war promovierter Mediziner. Zur Zauberkunst kam er bereits als Schüler; im Jahr 1921 gründete er mit anderen Zauberfreunden zusammen den Münchner Ortszirkel des MZvD. 1939 floh er vor dem Naziregime in die USA und änderte hier seinen Namen in Dr. Howard B. Kayton. Er praktizierte in Bellrose, New York. Katzenstein trug eine beachtliche Sammlung magischer Utensilien zusammen und schrieb mehrere Artikel für renommierte amerikanische Zauberzeitschriften. Oftmals wird Katzenstein als der Efinder des Papierstreifen-Zerschneidens angegeben, das er unter der Bezeichnung Ha-Ka-Mü (Hans Katzenstein München) im Jahr 1934 kreiert und veröffentlicht haben will. (In der Englischen Literatur wird dieser Effekt auch Clippo genannt), der dort dem US-amerikanischen Zauberkünstler Joseph J. Kolar zugesprochen wird. Leider ist uns von Hans Katzenstein kein Bild mehr erhalten geblieben – nur noch die Unterschrift unter der Gründungssatzung des OZ München.

Der Raum Katzenstein befindet sich im ersten Stock, von der Treppe aus gesehen auf der rechten Seite, links neben dem Gang. Hier finden die Sessions Der unglaubliche Dr. Jaks, Zauberkünstler fotografieren, Zinks Sammelsurium, Der Pinky Count und Faroshuffle statt.